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sz-online, 17.06.2010: Altenberg übernimmt wieder BiathlonarenaVon Mandy SchaksDie Stadt Altenberg will die Biathlonarena im Zinnwalder Hofmannsloch wieder in eigene Regie nehmen. Das Tourist-Info-Büro soll die Anlage bereits ab 1.Juli betreiben. Um die Vermarktung wird sich die Altenberger Tourismus und Veranstaltungs GmbH kümmern, eine 100-prozentige Tochter der Stadt. Das hat der Altenberger Rat beschlossen. Dass die Stadt den Vertrag mit dem bisherigen Betreiber, der Wintersport Altenberg GmbH, nicht verlängert, hat drei Gründe. GrundI: Die Übernahmepläne des Landkreises scheiterten Der ehemalige Weißeritzkreis wollte Biathlonarena und Bobbahn übernehmen und damit auch die Stadt Altenberg finanziell entlasten. Das war 2007 und mit Blick auf die Kreisfusion mit der Sächsischen Schweiz abgestimmt. Bei der Bobbahn klappte das, der Kreis wurde Eigentümer. Doch bei der Biathlonanlage kam der Kreis nicht zum Zuge. Zum einen wollte das Umweltministerium die Flächen nicht hergeben, weil das Gebiet unter besonderem Schutz steht. Zum anderen stellte sich heraus, dass Altenberg zur Nutzung der Biathlonanlage einen Vertrag mit der Staatsregierung aus dem Jahre 1995 hat, der bis 2013 gilt, aber rechtlich nicht mehr taugt, um an Fördermittel heranzukommen. Also musste ein neuer Vertrag her und zwar zwischen Stadt und Sachsenforst, der nun nach monatelangen Verhandlungen auch in Aussicht steht. GrundII: Der Landkreis ist knapp bei Kasse Die Finanzlage des Landkreises ist nicht rosig, und sie wird auch nicht besser. Der Kreis muss in den nächsten Jahren Millionen Euro sparen. Trotzdem übernimmt er weiter Verantwortung für den Sport und investiert Hunderttausende in die Bobbahn. Doch Landrat Michael Geisler (CDU) hat bereits signalisiert, dass für die Biathlonanlage kein Geld mehr da sein wird. Selbst wenn der Kreis noch Mittel locker machen könnte, würden die Aufsichtsbehörden diesen Posten wahrscheinlich streichen. Denn es gehört nicht zu den Pflichten eines Kreises, eine Biathlonanlage zu betreiben. Das ist eine sogenannte freiwillige Aufgabe, an die es beim Sparen zuerst geht. Der Kreistag wird sich nächste Woche damit beschäftigen. Es gilt als sicher, dass sich der Kreis von der Biathlonanlage verabschieden wird. Grund III: Altenberg kann auch kein Geld verschenken Dem Vernehmen nach sind alle mit der Arbeit des bisherigen Betreibers, der Wintersport Altenberg GmbH (WiA), zufrieden. Diese Gesellschaft hatte seinerzeit mit der geplanten Übernahme von Bobbahn und Biathlonarena ebenfalls der Weißeritzkreis initiiert. Mehrheitsgesellschafter ist der Kreis, die Stadt ist mit zehn Prozent beteiligt. Die WiA würde die Biathlonanlage auch weiterhin betreiben, sagte Bürgermeister Thomas Kirsten (Freie Wähler) im Stadtrat, aber unter der Voraussetzung, dass die Stadt ein jährliches Defizit von rund 30000Euro ausgleicht. Das kann Altenberg aber aus jetziger Sicht günstiger bekommen. Der Förderverein für den Biathlonsport, der sich seit Jahren enorm für den Ausbau des Stadions engagiert, hat versprochen, der Stadt Altenberg 40000Euro über Sponsorengelder zur Verfügung zu stellen. Der Vorsitzende Rolf Heinemann sicherte dieses Engagement für die nächsten drei bis vier Jahre zu, verhehlte aber auch nicht, dass der Wunschpartner des Vereins die Stadt ist. Sie sollte wie früher die Betreibung übernehmen, sagte er. "Dadurch erhoffen wir uns auch die Unterstützung der Stadt." Für Altenberg würden sich mit der Finanzspritze des Vereins die Kosten minimieren. Bürgermeister Kirsten rechnet so noch mit einem Zuschuss aus dem Stadtsäckel von 5000Euro. Außerdem ergeben sich Synergieeffekte. Mensch und Technik kann Altenberg beim Betreiben des Biathlonstadions genauso einsetzen wie beim Spuren der Loipen für die Touristen im Winter. |