sz-online, 04.11.2009:

Investition in Biathlonarena verzögert sich

Von Mandy Schaks


Die neue Wintersportsaison beginnt in der Biathlonarena in Zinnwald Ende Dezember. Doch von den großen geplanten Investitionen ist nichts zu sehen. Der Landkreis wollte in diesem Jahr eine Toilettenanlage für rund 200000Euro mithilfe von Fördermitteln bauen. Die ist auch mit Blick auf große internationale Wettkämpfe dringend nötig. Die Investition liegt aber auf Eis, weil auch nach zwei Jahren die rechtlichen Verhältnisse immer noch nicht geklärt sind. "Wenn es keinen klaren Vertrag gibt, kann man auch keine größeren Investitionen durchführen", sagt der Altenberger Bürgermeister Thomas Kirsten (Freie Wähler). Und bedauert: "Die Zeit läuft weg".

Der damalige Weißeritzkreis wollte einst die beiden regional bedeutsamen Sportanlagen von der Stadt Altenberg in seine Regie übernehmen. Dieser Schritt war mit Blick auf die damalige Kreisfusion auch mit der Sächsischen Schweiz abgestimmt. Bei der Rennschlitten- und Bobbahn im Altenberger Kohlgrund hat das geklappt. Der Landkreis wurde Eigentümer, und die Wintersport Altenberg GmbH betreibt die Anlage.

Behörden diskutieren

Das tut sie auch in der Biathlonarena Zinnwald. Allerdings gehören dem Landkreis diese Sportanlagen nicht. Eigentümer ist der Freistaat, und der will das auch bleiben, hatte Sachsens Umweltminister Frank Kupfer (CDU) schließlich nach langen Verhandlungen Anfang Juni in Zinnwald erklärt. Er begründete das damit, dass der Freistaat die Hoheit behalten wolle, weil es sich um ein sehr sensibles und damit schützenswertes Gebiet handele.

Der Landkreis hatte damit kein Problem. Schließlich hieß es von der Staatsregierung, es werde ein Gestattungsvertrag zur Nutzung der Sportstätte zwischen dem Landkreis und dem Freistaat so gestaltet, dass trotzdem Investitionen möglich sind und Fördermittel fließen.

Landrat Michael Geisler (CDU) steht auch nach wie vor dazu. Nur liegt dem Landkreis bis heute kein neues Vertragsangebot vor, teilte die Kreisverwaltung mit. Demnach ist alles beim Alten: Die einzige vertragliche Regelung, die existiert, ist die zwischen Freistaat und der Stadt Altenberg aus Mitte der 1990er-Jahre. Doch das Papier soll eben rechtlich nicht mehr genügen, um Zuschüsse zu bekommen. Der Stadt liegt inzwischen ein überarbeitetes Vertragsangebot vom Sachsenforst vor. Das will aber Bürgermeister Thomas Kirsten nicht unterschreiben.

Stadt hofft auf neues Angebot

Er stört sich am Passus zum Versicherungsschutz. Demnach soll die Stadt für Schäden haften. "Angenommen, der Forst sägt einen Baum um, ein Skifahrer fällt darüber und verletzt sich, dann soll die Stadt Altenberg den Versicherungsschutz übernehmen", erläutert Kirsten. "Das bedeutet, wir müssen das aus unserer Kasse nehmen." Das könne er im Interesse der Stadt nicht unterschreiben.

Der Rathauschef hofft auf ein neues Vertragsangebot. Er will sich deshalb auch noch mal an die Staatsregierung wenden. Auch der Landkreis sichert zu, gemeinsam weiter nach Lösungen zu suchen. So lange es aber keine Einigung gibt, passiert an der Biathlonarena nicht viel.




zurück zu NEWS